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Weiße Rebsorten

Die weißen Rebsorten sind die Rebstöcke, die Beeren mit grüner, manchmal goldgelber oder blassrosa Schale hervorbringen. Als liebliche, trockene, frische oder - bei edelfaulen Trauben - likörartige Weine bieten sie eine beträchtliche Vielfalt an Qualitätsweinen, die in vielerlei Formen auf der ganzen Welt getrunken werden. Hinter den Star-Reben Chardonnay, Sauvignon und Riesling stehen in der Tat eine Menge mehr oder weniger oft angebaute Rebsorten mit einer extrem vielseitigen Aromapalette. Sie finden Eingang in die Zusammenstellung zahlreicher Appellationen.

Der Katalog der in Frankreich angebauten Weine steht auf der Website des Französischen Reben- und Weininstituts (ITV) online zur Verfügung: www.vignevin.com

Aligoté

Die lediglich im Burgund angebaute Sorte Aligoté wäre beinahe aus der Weinlandschaft verschwunden, als die Begeisterung für die Sorte Chardonnay das Weinbaugebiet überschwemmte. Glücklicherweise hat sie die Herzen und Böden des Burgunds zurückerobert. Diese wuchskräftige frühreifende Rebsorte hat wieder insgesamt 1700 Hektar bestockte Fläche erreicht. Man findet sie auch im Weinbaugebiet in Savoyen und im Jura sowie in Rumänien. Die begrenzten Erträge sind ein wesentlicher Qualitätsfaktor für diese Rebsorte. Sie liefert leichte frische Weißweine mit lebhafterer Säure als Chardonnay. Auch wenn sich diese Weine gut zum Mischen des traditionellen Kirs mit Johannisbeerlikör eignen, sind sie vor allem erfolgreiche Begleiter der burgundischen Gastronomie. Als jüngste Anerkennung ist sie seit 1997 im Rebsortenspiegel der Appellation Village Bouzeron vertreten.

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Burgund

Baco

Die Rebsorte Baco mit ihrer anerkannten Widerstandsfähigkeit ist eine der besten Rebsorten des Weinbaugebiets der Gascogne und besonders für die Armagnac-Herstellung. Sie entstand aus der Kreuzung der einheimischen Rebsorte Folle Blanche und der amerikanischen Sorte Noah und ist die einzige in einer AOC zugelassene Hybridrebe. Die sehr fruchtbare Sorte, die in der Lage ist, späten Frühlingsfrösten und heftigen Sommergewittern und vor allem den Krankheiten, die häufig ihre Artgenossen befallen, zu trotzen, begründete das Wiederaufleben des Weinbaus in der Gascogne. Aufgrund ihrer ausgezeichneten Wechselwirkung mit den fahlen Sandböden und den Lehm-Kieselerde-Böden des Terroirs beherrscht sie heute den Rebsortenspiegel im Bas-Armagnac. Diese Rebsorte bringt ihre ganze Fülle und Rundung nach langer Alterung zum Ausdruck.

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Südwesten (Armagnac)

 

Chardonnay

Muss man den Chardonnay eigentlich noch vorstellen? Die sehr anpassungsfähige Rebsorte entfaltet besonders in nördlichen Weinbaugegenden ihre ganze aromatische Kraft sowie eine gute Säure, die Ausgewogenheit und vor allem Lagerfähigkeit gewährleistet. Es ist demnach kein Zufall, wenn die berühmtesten Chardonnay-Weine aus dem Burgund und insbesondere vom Montrachet-Hügel stammen. Man findet die Sorte allerdings auch in der Champagne und im Languedoc, im Beaujolais oder etwas weiter im Loiretal, in der AOC Limoux und natürlich in Amerika. Die Sorte Chardonnay ergibt stets edle, sehr elegante Weine mit einer sehr breiten vielschichtigen Aromapalette. Lindenblüte, Pfirsich, Birne, Akazienhonig, Farnkraut, weiße Blüten, Hefegebäck vor einem Hintergrund aus Zitrusfrüchten..., ein echtes Fest für die Sinne.

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Elsass, Beaujolais, Burgund, Champagne, Jura, Languedoc, Loiretal

Chenin Blanc (auch Chenin)

Die seit dem 10. Jahrhundert in der Region Angers ansässige Sorte Chenin verbreitete sich anschließend in der Touraine und im ganzen mittleren Loiretal. Diese spät reifende, empfindliche und fäuleanfällige Sorte befindet sich oft in den wärmeren Lagen auf den Hängen, wo sie auch ausgezeichnete Süßweine hervorbringt, wenn sie von der Edelfäule befallen wird. Mit etwa 10000 Hektar findet man sie auch im Crémant de Limoux im Languedoc. Wirklich hoffähig wurde die Sorte jedoch im Loiretal, wo ein breites Spektrum von trockenen Weinen über Schaumweine bis hin zu Süßweinen hergestellt wird. Chenin Blanc steckt im Coteaux du Layon, im Vouvray sowie auch im Savennières! Häufig in Verbindung mit Chardonnay und Sauvignon Blanc bereichert er die aromatische Komplexität der Weine des Loiretals. Seine Merkmale bei der Verkostung sind fein und fruchtig, mit Aromen von Zitrusfrüchten, Birne, Quitte beziehungsweise von Honig und kandierten Früchten bei den Süßweinen.

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Languedoc, Südwest-Frankreich

Colombard

Diese für die Gascogne typische Rebsorte bringt anhaltend lebhafte Weine mit intensiven exotischen Fruchtaromen hervor. Die Sorte Colombard wird heutzutage hauptsächlich für die Herstellung der Weine der Gascogne (und von Armagnac) verwendet. Aufgrund der anerkannten Qualität der von ihr gelieferten Weine ist ihre Bedeutung weltweit steigend. In Frankreich hat sich ihre Produktion in 20 Jahren praktisch verdoppelt und erreichte 8700 Hektar bestockte Fläche im Jahr 2011.

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Südwest-Frankreich

Folle Blanche

Die aus dem Südwesten Frankreichs stammende Folle Blanche war lange Zeit die Referenzrebsorte für die Destillation, insbesondere des Armagnacs. Die Verwüstungen durch die Reblaus haben die Sorte jedoch anfällig gemacht und sie wird heutzutage hauptsächlich zur Produktion des Gros Plant du Pays Nantais verwendet. Die im Mittelalter in die Region eingeführte robuste Rebsorte passt sich einer Vielzahl von Klimabedingungen und Böden an. 2011 belegte die Folle Blanche in Frankreich eine Fläche von 1468 Hektar.

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Loiretal, Südwesten

Gewürztraminer

Diese weiße Rebsorte ist... rosa. Als Cousin der berühmten Sorte Savagnin des Jura ist er ein glänzender Vertreter für das Elsass. Der Gewürztraminer ist eine großartige kräftige aromatische Rebsorte. Seine Frühreife macht ihn allerdings anfällig für Frühjahrsfröste. In Frankreich sind lediglich 3238 ha für die Weinbereitung bestockt. Diese Weine zeichnen sich durch intensive Litschi- oder Rosenaromen aus, erinnern aber im Duft auch an Lebkuchen oder Zitrusfrüchteschalen. Seine etwas dunklere Farbe als die der klassischen Weißweine ist ebenfalls charakteristisch. Die Pigmentierung seiner Schale verleiht den Weinen goldene Reflexe. Im Geschmack sind die Weine umfangreich, fast fett und vor allem sehr kräftig. Kommt noch Edelfäule hinzu, werden die Aromen dann zu einer überschwänglichen Mischung aus Honig, Trockenaprikose und Rosenblütenkonfitüre.

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Elsass

Grenache Blanc

Die aus Spanien oder von Malta stammende Sorte Grenache verbreitete sich im 18. Jahrhundert von Aragonien aus im ganzen Mittelmeerbecken. Man verwendet sie hauptsächlich in Roussillon für die Herstellung weißer Vins Doux Naturels, vor allem in der Appellation Rivesaltes. Sie wird in diesem Fall sehr reif geerntet, da ein hoher Alkoholgehalt angestrebt wird. Für die früher gelesenen trockenen Weine liefert sie gute, reichhaltige, fette, umfangreiche und solide Grundweine. Durch Verschnitt mit anderen Rebsorten wie Roussanne, Marsanne, Vermentino... lassen sich ihre relative aromatische Schwäche und ihr recht häufiger Säuremangel ausgleichen.

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Languedoc-Roussillon, Südosten

Grenache Gris

Wie auch Grenache Blanc wird Grenache Gris als Vin Doux Naturel, trockener Weißwein oder Rosé gekeltert. Sie ist dort Synonym für Volumen, hohe Mineralität, anisierte Frische und subtile Struktur.

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Languedoc-Roussillon

Gros Manseng

Die aus dem pyrenäischen Piemont stammende weiße Rebsorte wird auf etwa 3000 Hektar im Südwesten Frankreichs angebaut, wo sie hauptsächlich trockene Jurançon-Weine, Pacherenc du Vic-Bihl und Tursan produziert. Sie wird auch in Saint Mont und in Gascogne verwendet und gibt dort den trockenen Weißweinen ihre Aromen und ihre Frische mit.

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Südwest-Frankreich

Jacquère

Jacquère ist die am weitesten verbreitete Rebsorte in der Weinbauregion Savoyen, wo sie etwa 50% des Weinbaugebiets belegt. Sie herrscht über sechs Qualitätsweine, von denen sich die wichtigsten in der Schlucht von Chambéry (Apremont und Abymes, Chignin, St-Jeoire-Prieuré), in Combe de Savoie (Cruet) und im Westen des Lac du Bourget (Jongieux) befinden. Die Sorte erbringt blasse, frische und leicht perlige Weine. Die Aromapalette verteilt sich auf mineralische Noten und weiße Blüten. In Frankreich sind etwa 1000 Hektar mit Jacquère bestockt.

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Savoyen

Macabeu

Die seit sehr langem im Roussillon eingeführte Sorte Macabeu oder Macabeo ist eine Rebsorte katalanischer Herkunft (es wird auch behauptet, dass sie aus Kleinasien stamme). Die kräftige Pflanze, deren Zweige im Wind leicht brechen, ist empfindlich gegen Trockenheit (zu dürre Böden bekommen ihr nicht) und scheut auch fruchtbare feuchte Ebenen, wo ihre großen kompakten Trauben leicht faulen. Ihr idealer Ort ist eine leichte oder steilere Hanglage mit wenig Steinen, warm, gut entwässert und nicht zu nährstoffreich. Die spät reifende und ziemlich fruchtbare Macabeu ist anfällig für echten und falschen Mehltau. Ihre Trauben sind mittelgroß mit widerstandsfähiger Schale, hellgrün, sehr süß mit pikant feinem Geschmack. Für die Anfang September gelesenen, sorgfältig gekelterten trockenen Weine liefert sie einen originellen farbigen, trockenen, ziemlich fetten, feinen Weißwein mit recht subtilen Aromen und einem Geruch nach reifen Früchten. Gereift verleihen ihr Körper- und Alkoholreichtum manchen Rotweinverschnitten mehr Umfang. Sie dient auch als Hilfsrebsorte für roten Vin Doux Naturel. Für die weißen Vins Doux Naturels ist sie eine der Grundrebsorten. Bei der Alterung, meistens in Verbindung mit Grenache Gris und Grenache Blanc, verstärken sich ihre Eigenschaften und sie wird fast wie durch ein Wunder eine unverkennbar phänomenale Quelle zarter und komplexer Aromen.

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Roussillon

Marsanne

Photo Institut Français de la Vigne et du Vin. Obwohl Frankreich die Wiege der Rebsorte Marsanne ist, befinden sich dort nur noch 20% der weltweit angebauten Flächen. In Australien wurde diese Rebsorte massiv eingeführt und ist dort Bestandteil zahlreicher lokaler Weine. Trotzdem ist die Marsanne in Frankreich immer noch weit verbreitet, insbesondere im Rhonetal, wo sie in die Weine der AOC Saint Joseph oder Hermitage Eingang findet. Die spät reifende krankheitsanfällige Sorte weist eine gute Produktivität auf. Sie verlangt trockenes, warmes, besonders sonniges Klima und bevorzugt karge Granitböden, auf denen sie ihr bestes Aromapotential entfaltet. Die aus der Marsanne gekelterten Weine haben wenig Säure, jedoch ein reichhaltigeres aromatisches Potential als Grenache Blanc. Ihr Geruch erinnert an Weißdorn, Walnüsse und Honig. Die oft mit Roussanne oder anderen lokalen Rebsorten verschnittene Marsanne trägt zur Aromavielfalt der Weißweine des Rhonetals bei.

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Languedoc-Roussillon, Rhonetal

 

Mauzac

Die Rebsorte Mauzac stammt aus der schönen Region zwischen Toulouse und Albi mitten im Südwesten Frankreichs. Diese aromatische, spät austreibende Sorte scheut keine Frühjahrsfröste, ist jedoch anfällig für manche Schädlinge wie Milben und Traubenwickler. Wird sie aber gut und mit geringen Erträgen gezogen, liefert sie sehr feine Weißweine, insbesondere in den AOC Gaillac und in Limoux, wo sie mit Chenin und Chardonnay zur Herstellung des AOC-Schaumweins Blanquette de Limoux verschnitten wird (seit 1530). Mit etwa 1800 Hektar bleibt die Sorte Mauzac in Frankreich eine Randerscheinung, doch im Südwesten bringt sie feine Weine mit Aromen von Bratapfel, weißem Pfirsich oder Birne und mit würzigem Abgang hervor.

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Languedoc, Südwest-Frankreich

Melon (auch Muscadet)

Die Sorte Melon ist im Mittelalter vom Burgund an die Ufer und die Mündung der Loire abgewandert, nachdem sie im Burgund durch Chardonnay verdrängt worden war. Heute ist sie die einzige Rebsorte der Muscadet-Weine, wo sie dank der lauen Frühlingsnächte nicht unter Frost zu leiden hat. 90 % der weltweit bestockten 16000 Hektar werden in der Region Nantes angebaut. Die Sorte Melon ergibt sehr helle Weißweine mit grünen Reflexen und bemerkenswerten jodierten Aromen, durch die sie perfekt zu Austern und Meeresfrüchten passen. Ihre Anklänge an weiße Blüten und Zitrusfrüchte stützen sich auf ein schönes Gleichgewicht zwischen Lebhaftigkeit und Rundung, vor allem wenn die Rebsorte Melon einige Monate auf der Hefe ausgebaut wird, wie dies häufig in der AOC Muscadet sur Lie der Fall ist.

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Loiretal

Muscat d’Alexandrie

Die meisten Rebenkundler sind sich darüber einig, dass die Herkunft dieser Sorte irgendwo in Ägypten anzusiedeln ist. Ausgehend vom Hafen von Alexandrien hat sie vermutlich nach und nach die Länder des Mittelmeerraums erobert und ist dann von den Römern weit verbreitet worden. Anderen Quellen zufolge ist sie jedoch erst um das 17. Jahrhundert über Afrika und Spanien nach Frankreich gekommen. Aufgrund ihrer großzügigen Trauben und ihrer dicken knackigen süßen Trauben wird sie als Tafeltraube geschätzt. Sie ist sehr beständig gegen Trockenheit und benötigt warmes, trockenes und sonniges Klima, um einwandfreie Reife zu erreichen. Sie besitzt dann einen außergewöhnlichen Aromareichtum. Ihre Aromapalette weicht von der des Gelben Muskatellers ab. Die beiden Verwandten ergänzen sich jedoch wunderbar in den Vins Doux Naturels des Roussillon, in denen sie kräftig, elegant und zugleich blumig sind. In Frankreich werden etwa 3000 Hektar angebaut, hauptsächlich im Roussillon. Ihre dicken, festen und schmackhaften Trauben sind besonders parfümiert, wenn sie reif geerntet werden. Charakteristisch sind die blumigen Noten und die Früchte mit weißem und gelbem Fruchtfleisch.

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Languedoc Roussillon

Gelber Muskateller (Muscat à Petits Grains)

Die Familie der Muskateller und insbesondere der gelbe Muskateller reicht bis weit in die Antike zurück. Die Rebsorte entspricht zweifellos der Sorte Anathelicon Moschaton der Griechen und der Apianae bei den Römern. Die Griechen und später die Römer bauten die Sorte schon sehr früh in Gallia Narbonensis an, dem heutigen Languedoc-Roussillon, zu der sie seitdem eine treue intensive Beziehung unterhält. Auf den sehr kargen steinigen, vorherrschend lehmigen Hängen liefert der gelbe Muskateller sein höchstes Aromapotential. Obwohl er ein besonders günstiges Klima genießt, ist er besonders anfällig und bleibt empfindlich für Krankheiten und Schädlinge (insbesondere Bienen) und benötigt deshalb aufmerksame Pflege. In Frankreich werden noch etwa 7700 Hektar angebaut, hauptsächlich im Roussillon und Hérault, aber auch auf Korsika und im Elsass, wo die Sorte an der Zusammensetzung der Elsässer Muskateller und des Cap Corse beteiligt ist. Diese Rebsorte bietet frische komplexe Aromen mit Anklängen an Zitrusfrüchte, exotische Früchte und Rosen, und fein moschusartige Gewürze machen die Weine lebhaft, reichhaltig und ölig.

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Elsass, Korsika, Languedoc Roussillon

Petit Manseng

Photo Institut Français de la Vigne et du Vin. Der Petit Manseng ist im Süden von Aquitanien in der Nähe der Pyrenäen die unumgängliche Rebsorte der anspruchsvollen Weißweine. In der Appellation Jurançon wird sie manchmal bei den ersten Schneefällen geerntet, so dass sich durch die Edelfäule sehr aromatische, konzentrierte aber trotzdem sehr feine weiße Süßweine gewinnen lassen. Da die Sorte für Frühjahrsfrost und Krankheiten anfällig ist, benötigt sie viel Pflege, belohnt diese jedoch durch vielschichtige und sehr ausgewogene Weine mit durch ihre Rundung gut gemäßigter Säure. Honig, Zimt, weiße Blüten, Pfirsich, Zitrusfrüchte - ihr aromatisches Register ist umfassend, weshalb sie als Verschnittpartner der Weißweine der Region große Bedeutung hat. In Frankreich nehmen die mit der von den Basken bis nach Uruguay exportierten Sorte Petit Manseng bestockten Flächen zu, auch wenn sie derzeit noch auf etwa 1100 Hektar beschränkt sind.

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Südwest-Frankreich

 

Grauburgunder (Pinot Gris)

Diese bekannte, im reifen Zustand bläulich-graue Rebsorte ist ausschließlich im Elsass gegenwärtig. Sie ist auch in Italien (Pinot Griggio) weit verbreitet, doch wenn sie an den Hängen der Vogesen gut aufgereiht wird, erreicht sie außergewöhnliche Reifegrade, die ihr ermöglichen, Edelfäule (Botrytis cinerea) auszubilden. Aufgrund seiner guten Anpassung an die Böden der Region ist der Wein aus Elsässer Grauburgunder kräftig und vornehm zugleich. Mit komplexen Düften und manchmal rauchigen Anmutungen verfügt er über ausreichende Säure für eine Alterung. Durch seine Stärke kann er als Essensbegleiter Rotweine bei Wildgerichten ersetzen. Er gehört zu den für die Elsässer Grand-Cru-Weine zulässigen Rebsorten.

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Elsass

Riesling

Der Riesling kultiviert seine Liebesgeschichte mit dem Rhein. Der Fluss und die Rebsorte sind nicht voneinander zu trennen, selbst wenn man sie manchmal auch in Kalifornien oder Neuseeland vorfindet. Die aus römischer Zeit stammende Sorte befindet sich seit dem 9. Jahrhundert im Elsass und belegt gegenwärtig etwa 3500 Hektar. Als spät reifende Sorte benötigt sie gute Sonneneinstrahlung und karge beziehungsweise steinige Böden, damit sie Zeit zum Reifen hat Sie scheut starke Winterfröste nicht und benötigt vor allem eine langsame längere Reifung, um die ganzen Feinheiten ihrer Aromen zu entfalten, weshalb sie sich im Elsass sehr wohl fühlt. Die aus der Riesling-Traube stammenden Weine besitzen eine komplexe und intensive Aromapalette, vor allem auf Schieferböden. Aufgrund ihres hohen Säuregehalts weisen sie eine lange Lagerfähigkeit auf, doch durch sein feines intensives Fruchtaroma ist er gut ausgewogen. Seine charakteristischen Noten gehen von zitronigen Anmutungen bis zu Blumenaromen, kandierten Früchten, Pfirsich und Lindenblüte. Die großen Anbaugebiete prägen ihm auch elegante raffinierte mineralische Noten auf. In manchen Jahren können dank der Edelfäule großartige Süßweine oder likörartige Weine gekeltert werden (mit den Prädikaten Spätlese oder Trockenbeerenauslese).

 

Wo ist diese Rebsorte zu finden?
Elsass

Roussanne

Die schwierige und unvorhersehbare Rebsorte Roussanne ist dankbar zu den Winzern, die sie aufnehmen. Sie ist an sich krankheitsanfällig, ertragarm und manchmal ein wenig spät reifend. Doch in guten Lagen im Weinbaugebiet Savoyen oder im Rhonetal gibt sie das Beste von sich selbst. Daher ist in letzter Zeit eine zunehmende Begeisterung der Winzer zu verzeichnen, die inzwischen ihre Qualitäten zu schätzen wissen. Von den weltweit etwa 3000 Hektar werden am meisten (35%) in Frankreich angebaut. Mit einer auf Honig, Weißdorn und Aprikose ausgerichteten Aromapalette ergänzt die Roussanne ideal die Verschnitte des Rhonetals und verleiht der Marsanne, der mehrheitlich verwendeten Rebsorte der Weißweine dieser Region, Säure und aromatische Intensität. Man findet sie auch in der Toskana wieder.

Wo ist diese Rebsorte zu finden?

Languedoc-Roussillon, Rhonetal

Sauvignon Blanc

Bevor die Sorte Sauvignon Blanc „globalisiert“ wurde, hatte sie ihre ersten Erfahrungen an der Loire gesammelt. In Verbindung mit Sémillon hat sie den Ruf der Weine aus Graves begründet und in jüngster Zeit den Weinen der AOC Entre Deux Mers neues Leben eingehaucht. Man findet sie auch auf den erstklassigen Lehm-Kalkböden von Sancerre und Touraine und da sie sich leicht anpasst, ist sie auch ins Languedoc gewandert, wo sie zum Erfolg der Landweine dieser Region erheblich beigetragen hat. Die mit Sauvignon Blanc bestockten Flächen nehmen ständig zu: in Frankreich sind es etwa 29000 Hektar von weltweit 50000. Neueste weinkundliche Untersuchungen haben es ermöglicht, die Mechanismen der Freisetzung ihrer Aromen zu verstehen. Heute bieten die aus dieser Rebsorte gekelterten Weine eine außergewöhnliche Ausgewogenheit zwischen aromatischer Kraft (Johannisbeerblatt, Grapefruit, Zitrusfrüchte) und umfassendem lebhaftem Geschmack, was sie unter den Weißweinen zahlreicher AOC oder unter den Landweinen zum "Bestseller" gemacht hat. Im Burgund ist sie in einer einzigen AOC gegenwärtig: Saint-Bris.

Wo ist diese Rebsorte zu finden?

Bordeaux, Burgund, Languedoc-Roussillon, Provence, Südwest-Frankreich, Loiretal

Savagnin

Die Sorte Savagnin könnte aus der Franche-Comté oder aus der Pfalz stammen. Sie ist anspruchsvoll, wird seit langem in den germanischen Ländern angebaut und steht am Ursprung des Vin Jaune. Als Weißwein wird sie oft mit leichter Auffüllung gekeltert, was ihr die für traditionelle Weißweine charakteristischen Nussaromen verleiht. 2011 waren in Frankreich 492 Hektar mit Savagnin bestockt.

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Jura

Sémillon

Diese großartige Rebsorte aus Bordeaux ist produktiv und kräftig und wenig anfällig gegen die gängigsten Rebkrankheiten. Zum Ende der Reifung ist sie unter feuchten Klimavoraussetzungen empfindlich für Fäule. Im Mikroklima des Sauternais mit trockenen sonnigen Tagen begünstigt sie hingegen die zur Herstellung der Süßweine erforderliche Edelfäule. 2011 befanden sich in Frankreich 11500 Hektar bestockte Fläche, hauptsächlich in der Weinbauregion Bordeaux und in Aquitanien, denn hier findet sie ein zu ihrer Entfaltung günstiges Klima mit einer schönen Nachsaison. Im Verschnitt mit Sauvignon Blanc und Muscadelle findet Sémillon Eingang in die Weißweine dieser Region, an deren erster Stelle die AOC Pessac-Léognan und Sauternes stehen. Diese Rebsorte ist dezenter als ihr Kollege Sauvignon Blanc, säureärmer und bringt Rundung sowie Noten von Trockenfrüchten, Mandel, Birne und Honig mit. Sie wird besonders von den Weinen der Neuen Welt verwendet, insbesondere in Chile oder in Australien.

 

Wo ist diese Rebsorte zu finden?
Bordeaux, Charentes, Sudwest-Frankreich

Silvaner

Die traditionell im Elsass angebaute Sorte Silvaner stammt vermutlich aus Österreich und hat sich in ganz Mitteleuropa bis nach Russland, Australien und Kalifornien ausgebreitet. Manchmal wird Transilvanien aufgrund der Wortabstammung als Heimat dieser Rebsorte angesehen. Silvaner gedeiht besonders gut auf leichten sandigen und steinigen Böden. In manchen Terroirs bringt er besonders feine Weine hervor. Silvaner ist eine Rebsorte, die eine regelmäßige Produktion garantiert, auch wenn sie gegenüber Frühjahrs- und Winterfrost relativ anfällig ist. 2011 wurden in Frankreich etwa 1300 Hektar Silvaner angebaut.

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Elsass

Ugni Blanc

Die aus Italien stammende Rebsorte Ugni Blanc oder Trebbiano ist flächenmäßig (etwa 83000 Hektar) eine wichtige französische weiße Rebsorte, denn sie bringt ausgezeichnete Weine für die Destillation der AOC Armagnac und Cognac hervor. Seit einigen Jahrzehnten wird sie auch für die Produktion aromatischer trockener Weißweine mit IGP-Bezeichnung angepflanzt. Vereinzelt findet man sie auch in einigen kontrollierten Herkunftsbezeichnungen wie Cassis, Bordeaux oder Côteaux d’Aix. Die für Winterfrost sehr anfällige Ugni Blanc fühlt sich in milden Regionen wohl. In ihrem nördlichen Gebiet (Cognac, Armagnac, Côtes de Gasgogne) liefert sie einen sauren alkoholarmen Wein, der sich ideal zur Destillation eignet. In wärmeren Gebieten hingegen sind die Weine frisch, duftig und besonders durststillend. In der Provence erbringt die Rebsorte Ugni Blanc sogar fette Weine sowie komplexere Töne von Kiefernharz, Quitte und Zitrone.

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Charentes, Provence, Sudwest-Frankreich, Rhonetal

Vermentino (auch Rolle, Garbesso, Vermentinu…)

Photo Institut Français de la Vigne et du Vin. Die Sorte Vermentino oder auf Korsika Vermentinu reitet auf der Welle der umfangreichen, sehr duftigen Weißweine als Begleiter für gegrillten Fisch und die mediterrane Küche. Die hauptsächlich in der Provence und auf Korsika angebaute Sorte ist auch im Languedoc verbreitet. Von insgesamt 10000 Hektar weltweit sind etwa 4300 Hektar in Frankreich bestockt. Am häufigsten findet man sie in Italien. Der häufig blasse korsische Vermentinu erweist sich umfangreich und fett im Geschmack und entfaltet fruchtige und blumige Düfte, insbesondere mit Anklängen an weiße Blüten, Melone, Anis oder eine Spur Mimose. In der Provence nimmt er stärkere Zitrus- und Lindenblütenaromen an. Die zuckerreichen Trauben  können auch frisch gegessen werden.

Wo ist diese Rebsorte zu finden?

Korsika, Provence, Rhonetal, Languedoc-Roussillon

 

Viognier

Die Sorte Viognier wächst seit langem auf den schwer zugänglichen Terrassen von Condrieu und Château Grillet im nördlichen Rhonetal. Der Anbau dieser schwer zu handhabenden, wenig produktiven Sorte ist kein reines Vergnügen. Ihre außergewöhnlichen aromatischen Eigenschaften haben jedoch zahlreiche Winzer auf der ganzen Welt in ihren Bann gezogen. Auch wenn diese Rebsorte nur geringe Bedeutung hat, ist sie in zahlreichen Erzeugerländern in Mode gekommen. In Frankreich hat sie ihr ursprüngliches Becken verlassen und sich auch in Richtung Languedoc und im unteren Rhonetal ausgebreitet. Mit rundem säurearmem Geschmack ist Viognier eine Rebsorte, die vor allem durch ihre feinen Aromen geprägt ist: Aprikose, weißer Pfirsich, Gewürze, Honig, weiße Blüten. Durch das Aufkommen sortenreiner oder mit Chardonnay oder Sauvignon verschnittener Landweine feiert Viognier in Frankreich seit den 80er Jahren spektakuläre Erfolge.

Wo ist diese Rebsorte zu finden?

Languedoc–Roussillon, Rhonetal

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