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Geschichte des Rebstocks

Die Geschichte des Rebstocks ist eng mit der Geschichte der menschlichen Zivilisationen verbunden. Der seit der Antike erforschte und nutzbar gemachte Rebstock hat die Entwicklung des Handels durch die Zeiten begleitet und seine Anbaugebiete nach und nach auf die ganze Welt ausgeweitet. Der Wein wie wir ihn heute kennen, war der Reihe nach Symbol für Stärke, Reichtum und Geselligkeit und ist das Ergebnis einer bewegten Geschichte.

Die Ursprünge des Rebstocks

Im Wildzustand ist der Rebstock eine schnell und wild wachsende Schlingpflanze. Wie es scheint, war der Kaukasus an den Grenzen der heutigen Türkei, Russlands und des Irans das erste Gebiet, in dem Reben zur Weinbereitung vom Menschen nutzbar gemacht wurden. Der Rebstock verbreitete sich dann nach Osten über Persien nach Indien und nach China, aber vor allem nach Westen, wo er dank der Phönizier und der Griechen vom Mittelmeer aus die Welt eroberte. Heute findet man Weinbaugebiete auf allen Kontinenten.

2500 v. Chr.

In Mesopotamien (dem heutigen Irak) und im Niltal legen Flachreliefs Zeugnis von vorhandenen Weinstöcken und organisiertem Weinbau ab. Der aus dem Kaukasus stammende Rebstock erreicht das alte Ägypten.

525 v. Chr.

Zu dieser Zeit beginnt sich der Seehandel über das Mittelmeer zu entfalten und macht es zu einer der wohlhabendsten Regionen der damaligen Epoche.

200 v. Chr.

In der Han-Dynastie verbreitet sich der Rebstock erstmals in China.

Die gallo-römische Zeit

Die starke strategische Provinz Narbonne ist damals ein großes Weinbaugebiet und verstärkt die Verbreitung des Rebstocks im Mittelmeerraum. Bei ihren Eroberungszügen führen die Allobroger, ein keltischer Stamm aus der Region Grenoble, den Rebstock im Norden des Territoriums ein. Parallel dazu wählt das Volk der Bituriges Vivisci eine an regnerisches Klima angepasste Rebsorte aus und richtet ein Weinbaugebiet in der Nähe der heutigen Stadt Bordeaux ein, um seine Handelspositionen zu stärken.

80

Burdigala (das heutige Bordeaux) wird Hauptstadt der römischen Provinz Aquitanien. Der Rebstock wird dort erstmalig angepflanzt.

92

Kaiser Domitian ordnet das Ausreißen der Rebstöcke in Gallia Narbonensis an, dessen Produktion eine immer größere Bedrohung für die italienischen Weine darstellt. Die Hälfte des Weinbaugebiets des Mittelmeerraums wird auf diese Weise beseitigt.

270

Der Weise Probus gewährt den Galliern das Recht auf Anbau von Rebstöcken, Weinherstellung und Weinhandel.

Das Mittelalter

Eine neue Weinbaugeografie zeichnet sich ab. Die Bischöfe, Persönlichkeiten ersten Rangs, legen nämlich Wert darauf, rund um die Stadt ein hochwertiges Weinbaugebiet zu unterhalten. Die Zahl der Klöster nimmt stetig zu und diese gewährleisten gastfreundlichen Empfang in den zahlreichen Produktionsgebieten. Obwohl die Verkehrsverbindungen damals noch in den Kinderschuhen stecken, werden bereits zu jener Zeit jedes Jahr 750000 Hektoliter Wein aus Bordeaux nach England exportiert.

1098

Abbé Molesmes gründet in Cîteaux die Zisterziensergemeinde. Sie sind die ersten, die die Rebstöcke auswählen, die Produktion verbessern und die besten Böden und das beste Mikroklima ausfindig machen.

18. Mai 1152

Eleonore von Aquitanien heiratet Heinrich II. Plantagenet. Diese Ehe fördert die Exporte von Bordeaux-Weinen nach England.

1310

Rechtsanwalt Vital Dufour, Prior von Eauze (Gers, Frankreich), verfasst eine wissenschaftliche Enzyklopädie mit dem Titel Sehr nützliches Buch, um gesund und in Form zu bleiben.

Dieses in der Bibliothek des Vatikans in Rom erhaltene Werk mit therapeutischer Zielsetzung ist das erste maßgebende Zeugnis, das eine Datierung der Ursprünge des Armagnac ermöglicht. Der Verfasser zählt dort vierzig Wohltaten des „Aygue Ardente“ (Weinbrand) auf, der später den Namen der Gegend annehmen soll, wo er hergestellt wird: Armagnac. Der Armagnac ist demnach anscheinend der älteste französische Weinbrand.

1336

Anlage des Weinbaugebiets Clos Vougeot im Burgund durch die Mönche des Klosters Cîteaux. Als erstes wirklich strukturiertes Weinbaugebiet schafft es die Grundlagen für die Aufwertung des Weins im Burgund.

1395

Aus Furcht davor, dass neue, sehr produktive Rebsorten die Qualität der Burgunderweine verschlechtern, verbietet Herzog Philipp der Kühne den Anbau der Sorte Gamay im Burgund zugunsten des Spätburgunders.

Der Aufstieg des Handels

Im 16. Jahrhundert wird die Expansion der französischen Weinbaugebiete durch die Holländer angeregt, die Weißweine zur Destillation in „brandevijns“ importieren. Dieser europäische Weinbrandmarkt begünstigt hundert Jahre später die Entstehung von Cognac und Armagnac und danach deren weltweiten Siegeszug.

Ab Ende des 17. Jahrhunderts erreicht auch der Weinhandel durch die allgemeine Verbreitung von Flasche und Korken eine neue Dimension, da auf diese Weise die Konservierung und die Exporte erleichtert werden. Die Entstehung der Eisenbahn macht den Wein schließlich zu einem Nationalgetränk in Frankreich. 



1579

Holland wird von Spanien unabhängig und ersetzt allmählich England als wichtigsten Absatzmarkt. Aquitanien ist zwischenzeitlich wieder französische Provinz geworden.

1668

In der Abtei Hautvillers entdeckt Dom Pérignon das Prinzip der Schaumweine.

1791

Das Gesetz vom 22. Juli 1791 schützt als das erste seiner Art die Verbraucher vor Fälschungen und Betrug bei Getränken. Es sieht Geld- oder Gefängnisstrafen für den Verkauf durch „schädliche Mischungen“ gefälschter Getränke vor.

1854

Eine große Mehltau-Epidemie an den Rebstöcken Frankreichs verdirbt die Produktion. In Südfrankreich werden dadurch etwa zwei Drittel des Weinbaugebiets zerstört. Dies hat gravierende Folgen, insbesondere für direkt vom Weinbau lebende Familien, und führt zu beträchtlicher Abwanderung der Bewohner. In drei Jahren sinkt die Weinproduktion von 39 Millionen Hektoliter auf elf Millionen.

Die Reblaus

An der Jahrhundertwende verwüstet die Reblaus die französischen Weinbaugebiete. Diese aus den Vereinigten Staaten eingeschleppte winzige gelbe Pflanzenlaus greift die Wurzeln des Rebstocks an und zerstört ab 1864 nach und nach fast sämtliche Weinbaugebiete. Durch Pfropfen der französischen Rebsorten auf reblausresistente amerikanische Unterlagsreben kann der Weinbau wieder neu entstehen. Die Krise hat zu Weinverknappung geführt und betrügerische Praktiken beflügelt: manche Weine aus bestimmten Gegenden werden mit Weinen anderer Regionen verschnitten und es werden sogar künstliche Weine angeboten. Diese Situation führt die Behörden dazu, den Wein gesetzlich als „Erzeugnis aus der vollständigen oder teilweisen Gärung von Trauben oder frischem Traubensaft“ zu definieren.

Louis Pasteur. © DR


1866
Pasteur bringt das Verständnis über Mikrobiologie voran. Dadurch kann der Wein besser konserviert und gealtert werden.

1868

Der Botaniker Planchon identifiziert als Ursache der Zerstörung der Weinberge die „Phylloxera vastatrix“.

1905

Einrichtung der Betrugsbehörde, die seitdem auf Regelwidrigkeiten bei der Herstellung und beim Verkauf der Weine in Frankreich achtet.

Das aktuelle Weinbaugebiet

Mit dem 1936 veranlassten Schutz der besonderen Merkmale und der Qualität seiner Weine gibt sich Frankreich ein System an die Hand, das die Entstehung anerkannter dynamischer Weinbaugebiete fördert. Auf diese Weise ermöglicht die Einrichtung der kontrollierten Herkunftsbezeichnungen (AOC), den gesamten Weinbau aufzuwerten, während die Fortschritte in der Landwirtschaft und der Weinkunde nach und nach in den Weinbau und in die Weinbereitung Einzug halten. Ende der 60er Jahre werden die Landweine geschaffen, die es ermöglichen, die Weinbaugebiete mit Blick auf höhere Qualität neu zu strukturieren. Die technischen Fortschritte werden massiv verbreitet und machen die französische Weinbauwirtschaft zu einem echten weltweiten Bezugspunkt.

1935

Gründung des Nationalen Komitees für Herkunftsbezeichnungen von Wein und Weinbrand, aus dem 1947 das INAO hervorgeht, das Nationale Institut für Herkunftsbezeichnungen. Die ersten kontrollierten Herkunftsbezeichnungen (AOC) entstehen.

1955

Um die beträchtlichen technischen und wissenschaftlichen Entdeckungen in die Weinbaugebiete zu tragen, wird das Hochschuldiplom für Önologie eingerichtet.

1983

Gründung des Nationalen Berufsübergreifenden Weinbüros (Onivins), einer staatlichen Einrichtung mit dem Auftrag der Verwaltung des Weinbausektors, die sich 2005 mit dem Oniflhor zum Nationalen Berufsübergreifenden Büro für Obst, Gemüse, Wein und Gartenbau, dem Viniflhor, zusammenschließt.

1991

Bekanntmachung des Évin-Gesetzes über Werbung für alkoholische Getränke in Frankreich.

2009

Veröffentlichung einer Verordnung der Europäischen Union, die die europäischen Qualitätszeichen Geschützte Ursprungsbezeichnung (AOP) und Geschützte geografische Angabe (IGP) auf den Weinbausektor erweitert. Diese Verordnung führt die Landweine (Vins de Pays) auf der Grundlage einer spezifischen Leistungsbeschreibung zur Anerkennung als IGP (geschützte geografische Angabe). Parallel dazu werden die Tafelweine (Vin de Table) unter der Bezeichnung "Vin de France" (Wein aus Frankreich) zusammengefasst. Die Qualitätsbezeichnung VDQS (Weine höherer Qualität aus begrenztem Anbaugebiet) wird nicht mehr verwendet und muss wahlweise in AOP oder IGP umbenannt werden.

Die Liste der AOP und IGP finden Sie auf der Website des INAO: http://www.inao.gouv.fr/public/home.php?pageFromIndex=produits/index.php~mnu=145
Unter „Type/Catégorie“ die Kategorie „4.1 Vins“ auswählen
Unter „Signe“ die Option „AOP“ (g.U.) oder „IGP“ (g.g.A.) auswählen

2012

Veröffentlichung einer europäischen Verordnung, die die in der biologischen Landwirtschaft zulässigen Weinherstellungsverfahren definiert. Durch Anwendung dieser Verfahren auf Trauben aus biologischer Landwirtschaft lässt sich biologischer Wein erhalten. Der so erhaltene Wein darf als „Bio-Wein“ etikettiert werden. Auf dem Etikett steht das europäische Logo für biologische Landwirtschaft.

© DR

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